Eine der wohl seltensten Formen für Briefträgerstempel sind solche mit deutlich vergößertem Durchmesser gegenüber den gewöhnlich auf Eilbotenbriefen angebrachten Briefträgerstempeln.

 

Im Rundbrief, S. 57 ist ein Stempel mit der Nr. 234 bei einem Durchmesser von 20mm und einer Ziffernhöhe von 6,5 mm aufgeführt. Dort ist für einen Eilbrief mit 4 Zustellversuchen.

 

Demgegenüber gibt es einen gleichfalls im Durchmesser vergrößerten Stempel mit 16 mm, bei dem die Ziffernhöhe auch nur 6,5 mm beträgt. Die Linien sind dünn. Auch dieser Stempel mit der Nr. 336 liegt derzeit nur auf Eilbriefen mit mehreren erfolglosen Zustellversuchen vor. 

 

Entgegen meiner Hoffnung, dass mit der Seltenheit dieser Stempel auch eine besondere Funktion ähnlich den Oberbriefträgerstempeln "O.B.1", etc. aus den 1870er-Jahren verbunden sei, hat sich nicht bewahrheiten können.  Derartige Stempel stellen jedenfalls keine eigene (zeitliche) Gruppe dar wie die Nummernfolgen von 1-150, 150 - 200, 200-350, etc., sondern kommen nur in wenigen Stücken überhaupt vor. 

 

 

 

11 mm hoch, Schriftgröße 3,5 mm

18 mm hoch, Schriftgröße 8mm

Nr. 155

 


Nr. 336

 

Der Brief trägt 4 Briefträgerstempel, die jeweils unterschiedlichen Serien zuzuordnen sind.

 

  • die Nr. 303 ist der älteste mit 14 mm/6 mm aus der Serie von 200-350, 
  • die Nr. 188 ist deutlich kleiner mit 11 mm / 4 mm (aus der Serie hauptsächlich aus 400-450), 
  • die Nr. 56 aus der jüngsten, ab 1984 bekannten Form mit 13 mm / 6 mm, 
  • dazu der vergrößerte Stempel Nr. 336 (16 mm / 6 mm) 

 

Dazu die Nebenstempel L 1 "Benachrichtigt", L 2 "Nachsendungsantrag / liegt nicht vor", L 4 "Zur Zustellung mit / der gewöhnlichen / Briefpost am / ..."  

Der Beleg ist zudem ein sehr schönes Beispiel, dass die Briefträgerstempel nachfolgender Grundformen vorhergehende nicht verdrängen oder nach und nach solche Stempel ersetzten. Vielmehr sind alle Stempelformen bis zum Ende der Briefträgerstempel insgesamt nachweisbar.